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Schuloffensive im Überseemuseum

Im Rahmen der Schuloffensive Bremen besuchte die Klasse 7d an sechs Terminen zwischen dem 3. November 2023 und 26. Januar 2024 das Überseemuseum. Dort beschäftigten sich die SchülerInnen zusammen mit der Ethnologin Claudia Roch mit dem Thema „Misshandelt und umerzogen – Indianerinternate in Kanada und in den USA“.

Zunächst einmal wurde der Begriff „Indianer“ debattiert. Darf man ihn benutzen oder steckt darin auch eine Form von Antirassismus? Es wurde sich darauf geeinigt, dass das Wort nicht negativ besetzt ist und daher auch benutzt werden darf. Dann ging es um die Erforschung der Residential Schools bzw. Indian Boardings Schools. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurden in Kanada und den USA hunderttausende indigene Kinder von ihren Familien getrennt und in diesen Internatsschulen ihrer Muttersprache und ihren Traditionen beraubt. Das Motto damals war „Kill the Indian, Save the Man“. Die Folgen dieses kulturellen Völkermordes sind bis heute spürbar.

Seit dem 26. Januar 2024 kann man die kleine – in der Schuloffensive entstandene – Präsentation in der obersten Etage des Überseemuseums bewundern.

In der Vitrine befinden in der obersten Etage indianische Puppen aus dem Bestand des Überseemuseums. Außerdem unsere „Lumpenpümpchen“. Sie sind nach der Anleitung von Magit Poulette entstanden. Magit kam als junges Mädchen an eine Boarding School. Dort wurde ihr ihre Puppe weggenommen. Sie kam auf die Idee sich einen „Ersatz“ aus einem Lappen und einem Stock zu basteln.

An einem anderen Tag wurde sich mit dem OrangeShirt Day auseinandergesetzt. Dieser Gedenktag findet jedes Jahr am 30.9. in Kanada statt und soll an alle Kinder erinnern, die in den Internatsschulen gestorben sind. Das Symbol des T-Shirts geht auf Berichte von Phyllis Jack Webstad zurück. Ihr wurde am ersten Tag in der Boarding School das eigene neue orangefarbene Hemd weggenommen.

Die 7d ist sich einig: Diese Schuloffensive war eine spannende Erfahrung und das neue Wissen über die Ungerechtigkeiten, die in diesen Internatsschulen begangen worden sind, stimmt uns sehr traurig. So etwas darf nie wieder passieren!

Text & Fotos: J. Schulte