Die Chance der Oberschulen nutzen!
Nicht die Erstwahl beim Schulwunsch zu erhalten ist immer eine große Enttäuschung und natürlich ist jedem Kind die Schule seiner Wahl zu wünschen.
Wir können Jonas und den anderen Kindern in vergleichbarer Lage aus der Sicht Eltern der Oberschule an der Schaumburger Straße aber zurufen, dass auch und gerade für Kinder mit Schulleistungen über dem Regelstandard (früher „Gymnasialempfehlung“) diese Oberschule auf Grund ihres gelebten pädagogischen Konzeptes viel mehr als nur eine Option ist.
Beispielsweise ist die „innere Differenzierung“ auf 4 Leistungsniveaus fundamentaler Bestandteil dieser Pädagogik, die sicher stellt, dass wirklich jeder Schüler nach seiner individuellen Leistungsstärke gefördert und eben auch gefordert wird. Die Schülerinnen und Schüler werden angeleitet, eigenständig und selbstverantwortlich zu lernen, was die eigene Motivation außerordentlich stärkt.
Das pädagogische Repertoire der Lehrer dazu ist ebenso breit gefächert wie ihre Qualifikationen und pädagogischen Erfahrungen, die von Fördereinrichtungen bis zu (gymnasialen und nicht-gymnasialen) Oberstufen reichen.
Damit das gelingen kann ist neben den Konzepten, die insbesondere auf innovative Unterrichtsformen wie Gruppen- und Projektarbeit, Arbeiten mit „Lernbüros“, Unterricht im Rahmen von Musik-, Theaterprojekten, mit Lehrer- Doppelbesetzung wo nötig und vieles mehr setzen, natürlich auch die „Schülermischung“ und das Engagement der Lehrer sehr wichtig.
Dies um so mehr, da es wie an allen Bremer Schulen natürlich auch problematische Themen wie Unterrichtsausfall u.ä. gibt. - Am Ende kommet es daher auch immer auch auf die einzelnen Lehrerpersönlichkeiten an - wie viele Väter und Mütter noch aus eigener Erfahrung wissen - und gerade in diesem Punkt können wir uns wirklich glücklich schätzen.
Die Oberschulen und gerade auch die in dem Artikel erwähnte Oberschule an der Schaumburger Straße stellen aus unser eigenen Erfahrung für Kinder aller Leistungsniveaus ein sehr gute Wahl dar. Kinder, die das Abitur machen wollten, könnten sich sogar darauf freuen, in 13 statt nur 12 Jahren nicht nur in den Kernfächern das nötige Wissen zu erlernen, sondern sich auch links und rechts davon engagieren zu können, dabei viele der s.g. „soft-skills“ zu erwerben und so auf das Leben als junge Erwachsene und den gewünschten Schulabschluss gut vorbereitet zu werden.
Für den Elternbeirat der Oberschule an der Schaumburger Straße
Dr. Gerrit Kopiske
Wir Kolleginnen und Kollegen der Oberschule an der Schaumburger Straße sind empört über die Darstellung im o.g. Artikel, dass Kinder, die eine Oberschule besuchen, ihre "Gymnasialempfehlung ungenutzt" ließen und dort unterfordert seien. Zufälliger- und für uns ungünstigerweise ist in diesem Zusammenhang die Oberschule an der Schaumburger Straße genannt worden.
Täglich unterrichten wir Kinder, deren Leistungen über dem Regelstandard liegen und fördern und fordern sie in ihrer Leistungsfähigkeit ebenso wie alle anderen Kinder. Die getroffene Feststellung, dass Oberschulen Gymnasialschüler unterfordern, ist falsch und rufschädigend für uns und für diese Schulform.
Das Konzept der Oberschulen scheint sich trotz aller Fortschrittlichkeit und trotz der Vorteile, die sich für alle Schülerinnen und Schüler daraus ergeben, in Bremen nur schwer zu etablieren. Wir Lehrkräfte setzen uns jeden Tag engagiert dafür ein, dieses Schulsystem erfolgreich umzusetzen. Medienberichte wie der benannte Artikel machen uns die Arbeit nicht nur schwer, sondern sie demontieren sie!
Kolleginnen und Kollegen der Oberschule an der Schaumburger Straße
Sehr geehrte Redaktionen des Weser Kurier,
mit folgendem Kommentar zum Artikel "Das Pech mit dem Los" von Jörn
Seidel bringe ich mein absolutes Unverständnis gegenüber Teilen des
Inhalts zum Ausdruck.
Durch die unkommentierte Wiedergabe falscher Klischees ist der Inhalt
des Artikels von Herrn Seidel kaum zu ertragen. Ohne Zweifel ist es eine
Katastrophe, dass die Bildungsbehörde alljährlich einer nicht kleinen
Anzahl an Kindern keinen, von ihnen angewählten Schulplatz zuweist. Im
jedem Einzelfall ist dies zumeist mit Demütigung und Leid verbunden. Die
Situation wird sicherlich nicht besser solange Lehrer verbreiten,
schulleistungsstarke Kinder würden in Oberschulen unterfordert. Nur zur
Erinnerung, in sehr vielen Fällen führte und führt in Bremen der Weg zum
Abitur über den Besuch einer Gesamtschule, den direkten Vorläufern der
heutigen Oberschulen. In sofern ist der Besuch einer Oberschule, auch
der der OS Schaumburger Straße nicht gleichzusetzen mit einem Verzicht
auf eine "Gymnasialempfehlung", die im Übrigen nicht ohne Grund "über
dem Regelstandard" heißt. Das von einem Behördermitarbeiter dieser
Zusammenhang hergestellt wird ist absolut inakzeptabel und lässt sehr,
sehr tief blicken.
Mit freundlichem Gruß,
Dr. Matthias Zabel
Auf den Artikel vom 18.3. 14 „Das Pech mit dem Los“ haben Kolleginnen und Kollegen der Oberschule an der Schaumburger Straße und zudem zwei Mitglieder des Elternbeirates (Dr. Kopiske und Dr. Zabel) Stellung bezogen und Ihnen jeweils einen Leserbrief geschickt. In diesen drei Leserbriefen war es unser dringliches Anliegen, den Eindruck , der in dem genannten Artikel über die Schulform der Oberschule im Allgemeinen und „unsere“ Schule im Besonderen erweckt wurde, zu revidieren. Durch inhaltlich ungünstige Zitate wurde die Oberschule nicht als eine gleichwertige Alternative zum Gymnasium, sondern als eine Variante beschrieben, die Schülerinnen und Schülern, deren Leistungen über dem Regelstandard liegen, unterfordere und mit der sie ihre fälschlicherweise so bezeichnete „Gymnasialschulempfehlung“ ungenutzt ließen.Alle drei Leserbriefe hatten die Intention, die Besonderheit der Arbeit an den Oberschulen und insbesondere auch deren Vorzüge für alle Schülerinnen und Schüler darzustellen. Die Oberschule lebt von einer guten Durchmischung der Schülerschaft, das heißt, Schülerinnen und Schüler mit Leistungen über dem Regelstandard sind ein wichtiger und wesentlicher Bestandteil für eine gelingende und erfolgreiche Inklusionsarbeit. Sie selbst können genau wie alle anderen von dem gemeinsamen Lernen in heterogenen Gruppen profitieren.
Leider wurde bis heute nicht einer der drei Leserbriefe zu diesem Thema in Ihrer Zeitung abgedruckt!Es ist uns sehr wichtig, dass der Eindruck, der in dem Artikel vermittelt wurde, revidiert wird. Im Sinne einer vorurteilsfreien Meinungsbildung wäre es nur fair, die Briefe nachträglich abzudrucken oder alternativ eine Artikelreihe über die Arbeit an Oberschulen durchzuführen. Denn das Schulsystem der Inklusion benötigt eine positive oder zumindest objektive mediale Berichterstattung, um sich in Bremen besser etablieren zu können und dadurch unter anderem auch von einer höheren Zahl an Schülerinnen und Schülern, deren Leistungen über dem Regelstandard liegen, akzeptiert und angewählt zu werden.