Dem richtigen Umgang mit Lernstoffen und Informationen kommt eine große Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Schülerinnen und Schüler heute in einer Gesellschaft aufwachsen, in der die Fähigkeit zur schnellen Aufnahme, Verarbeitung und Weitergabe von Informationen immer wichtiger wird. Da gerade die Eingangsklasse des Gymnasiums und der Sekundarschule prägend für den Erwerb effektiver Lernstrategien ist, veranstaltet das SZ Schaumburger Str. für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen zu Beginn des Schuljahres und im weiteren Verlauf des Schuljahres Projekttage zum Thema „Lernen lernen“, bei denen z.B. über Hausaufgaben, Lerntypen, Effektiv üben, Textarbeit und Klassenarbeiten geredet und an Beispielen eingeübt wird. In Verbindung mit dem Projekt „Schule und Partner“ werden nach einem Wiederholungszyklus am Anfang jeden Schuljahres weitere Lernmethoden, die die ersten vertiefen und ergänzen, eingeübt.
Bei der so genannten „ Lerntypenanalyse “ werden mit den Schülerinnen und Schülern Übungen und Tests durchgeführt, durch die sie feststellen können, welche ihrer Fähigkeiten (Schreiben, Lesen, Erklären, Hören, Sehen, Räumlich denken) wie stark ausgeprägt sind. Die Ergebnisse der Tests werden in ein „Lernviereck“ eingetragen, so dass auch optisch deutlich wird, in welchem Bereich besonders gut aufgefasst wird und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. In einer Auswertungsphase werden die Ergebnisse problematisiert; es wird versucht, Hinweise auf Techniken zu geben, die helfen können, Defizite aufzuarbeiten.
Beim Thema „ Hausaufgaben “ werden die Schülerinnen und Schüler darauf hingewiesen, dass der Zeitrahmen für die Hausaufgaben in den Klassen 5 bis 10 ca. 1,5 bis höchstens 2 Stunden täglich (Montag bis Freitag) beträgt. Sie werden dazu angehalten, für jeden Wochentag unter Berücksichtigung ihrer sonstigen Aktivitäten und Pflichten eine feste Arbeitszeit einzuplanen. Störungen sollten während dieser Zeit möglichst ausgeschlossen werden.
Bei der Reihenfolge der bearbeiteten Fächer sollte darauf geachtet werden, ähnliche Fächer (z.B. Englisch und Französisch) nie hintereinander zu legen. Zwischendurch sollten sinnvolle kurze Pausen möglich sein, evtl. mit den Entspannungs- oder Bewegungsübungen, die die Schülerinnen und Schüler auch für diesen Zweck während der Projekttage kennen lernen. Für reinen Lernstoff (Vokabeln, Daten ...) sollte abends eine kurze Wiederholungszeit eingeplant werden.
Es ist sinnvoll, auch bei Fächern, in denen es keine ausdrückliche Hausaufgabe gegeben hat, immer das Buch oder das Heft kurz aufzuschlagen, damit das gerade behandelte Thema in Erinnerung gerufen wird. Für Schülerinnen und Schüler, die in jedem Fach wissen, welcher Unterrichtsstoff gerade behandelt wird, beginnt jede Unterrichtsstunde viel entspannter, und sie können sich schneller und leichter beteiligen. Die Schülerinnen und Schüler sollten auch ermutigt werden, zu Hause Inhalte aus dem Unterricht zu erzählen. Je mehr „Kanäle“ benutzt werden (Hören, Lesen, Schreiben, Sprechen), desto mehr bleibt im Gedächtnis.
„Effektiv üben “ ist ein weiteres Thema der Projekttage. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Tipps und Hinweise, wie sie hemmende Einflüsse beseitigen und die Mitarbeit im Unterricht und damit ihre „mündlichen“ Zensuren verbessern können. Eine Zusammenfassung dieser Tipps und Hinweise kann auf einem Informationsblatt nachgelesen werden, das die Schülerinnen und Schüler am Ende der Projektveranstaltung zu diesem Thema erhalten.
Ein weit verbreitetes Problem bei den Schülerinnen und Schülern ist die „Prüfungsangst“, d.h. die Angst vor Klassenarbeiten. Zur Überwindung dieses Problems wird während der Projekttage über die sinnvolle Vorbereitung von Klassenarbeiten und über Entspannungstechniken geredet. Darüber hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Blatt mit Antworten („Strickleiter“) auf die Frage „Was kann ich unmittelbar vor und auch während einer Klassenarbeit gegen meine Angst machen?“.
„Entspannung und Bewegung “ nimmt einen relativ großen Raum während der Projekttage ein. Dabei wird den Klassen auch eine kleine Auswahl von „Brain Gym“ - Übungen vorgestellt, die ihnen helfen können, sich etwa bei Hausaufgaben oder Klassenarbeiten besser zu konzentrieren und die Aufgaben leichter zu bewältigen. Aus der jüngeren Gehirnforschung ist nämlich bekannt, dass unser Großhirn aus einer linken und einer rechten Gehirnhälfte besteht und dass jede Hälfte für ganz spezifische Aufgaben „zuständig“ ist. Optimales Lernen heißt, dass beide Gehirnhälften zusammenarbeiten und nicht etwa nur eine Seite aktiv ist und die andere Seite ist blockiert. Unter dem Motto „Lernen braucht Bewegung“ entwickelte Paul E. Dennison „Brain Gym“ (wörtlich: „Gehirngymnastik“), d.h., mit Hilfe von einfachen und angenehmen Übungen werden die Lernfähigkeit gefördert (beidseitiges gehirngerechtes Lernen) und Lernblockaden im Kopf aufgelöst.
![]()